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Die Ursachen der Angst

Die Ursachen krankhafter Angst sind vielfältig und komplex. Meist kommen mehrere verursachende Faktoren zusammen, wenn die Angst zur Krankheit wird. Vor allem, wie wir Angst auslösende Situationen wahrnehmen, interpretieren und schließlich damit umgehen, hängt von unterschiedlichen Faktoren, wie z.B. unserer seelischen Verfassung, Stress und der familiären Vorbelastung, ab.

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Faktor seelische Verfassung

Vor allem in den ersten Jahren unserer Kindheit lernen wir den Umgang mit Gefühlsregungen. Auch der Umgang mit Angstgefühlen ist wesentlich davon abhängig, wie unsere wichtigsten Bezugspersonen, wie Eltern oder Geschwister, mit eigenen Ängsten umgehen und wie sie auf die Ängste Anderer, z.B. der Kinder, reagieren. Sowohl der Umgang mit allgemeinen Sorgen oder Ängsten vor Dingen, wie z.B. vor einigen Tieren, oder vor bestimmten Situationen, wie beispielsweise dem Ansprechen fremder Menschen wird in dieser Phase geprägt. Ein ängstlich-überbehütender Erziehungsstil kann in manchen Fällen die Entwicklung von Angsterkrankungen begünstigen.

Aber auch im Erwachsenenalter können sich Ängste durch Erlernen ausbilden oder verstärken. So kann eine vorher neutral bewertete Situation, wie z.B. U-Bahn-Fahren, durch ein angstbesetztes Erlebnis, beispielsweise eine während der U-Bahn-Fahrt erlittene Panikattacke für die Zukunft so stark mit Ängsten besetzt sein, dass die betroffene Person in keine U-Bahn mehr einsteigt.

Faktor Stress

Unser körperliches wie seelisches Befinden beantwortet zu viel Stress oft mit Gefühlen der Angst und mit Stresssymptomen. Erhöhter Herzschlag, kurzer Atem, trockener Mund, feuchte Hände, Unkonzentriertheit oder Ruhelosigkeit sind Ausdruck dafür, wie der Organismus auf ein Übermaß an Belastung reagiert.

Je nach Höhe der allgemeinen inneren Anspannung gehen wir sehr unterschiedlich mit Belastung und Stress um. Bei Menschen, deren innere Anspannung niedrig ist, dauert es in der Regel lange, bis das "Fass" überläuft und Angstreaktionen entstehen. Bei Menschen hingegen, deren innere Anspannung generell sehr hoch ist, bedarf es sehr viel weniger Belastung oder Stress, bis das "Fass" überläuft. So können auch scheinbar unbedeutende Ereignisse, wenn sie in einer Phase der höchsten Anspannung auftreten, als sehr unangenehm und sogar als Angst empfunden werden.

Illustration: Stress-Angst-Modell dargestellt als Fass, das bei hoher innerer Anspannung überläuft

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Faktor familiäre Vorbelastung

Man weiß zudem, dass die Vererbung in der Entstehung von Angsterkrankungen eine Rolle spielt. Zahlreiche Untersuchungen haben gezeigt, dass in manchen Familien Angsterkrankungen gehäuft vorkommen. Kinder von Patienten mit Angsterkrankungen haben ein deutlich größeres Risiko, ebenfalls eine solche Erkrankung zu erleiden.

Bild mit Text zur Angst

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Meist sind mehrere Faktoren verantwortlich

Zusammengefasst ist also für die Entstehung einer Angsterkrankung in der Regel nicht nur ein ursächlicher Faktor, sondern meist eine Kombination aus den verschiedenen genannten Einflussfaktoren verantwortlich. Die Rolle der einzelnen Faktoren kann bei Jedem unterschiedlich sein. Auch kann man nicht immer genau sagen, wie groß der Einfluss einzelner Faktoren jeweils ist. Für die erfolgreiche Behandlung einer Angsterkrankung ist es jedoch nicht unbedingt notwendig, die genaue Ursache herauszufinden. Viel entscheidender ist hier, die Erkrankung zu erkennen und Rat und Hilfe in Anspruch zu nehmen. Angsterkrankungen sind echte Krankheiten! Sie sind weder eine persönliche Schwäche noch Folge einer schwachen Persönlichkeit, schlechter Eltern oder Erziehung. Sie sind auch kein Anzeichen dafür, dass man nicht "normal" wäre. Eine Angsterkrankung ist eine Krankheit, die behandelt werden kann.

Bild mit Text zu Angst auslösenden Situationen

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