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Phobien
Angst vor Öffentlichkeit - die Agoraphobie
Der Begriff "Agoraphobie" kommt aus dem Griechischen (agora = Marktplatz, phobie = Angst) und wird im Deutschen oft als Platzangst bezeichnet. Dabei besteht die Agoraphobie nicht nur aus der Angst, große, ungeschützte Plätze zu überqueren, sondern vor allem aus der Angst, in eine Situation geraten zu können, aus der eine Flucht unmöglich scheint. Fahrten in öffentlichen Verkehrsmitteln, Schlangestehen im Supermarkt, Theater- oder Kinobesuche oder Teil einer größeren Menschenmenge zu sein, stellen Situationen dar, in denen sich der betroffene Mensch vollkommen überfordert, hilflos und ausgeliefert fühlt. Eine der schlimmsten Befürchtungen ist es, in aller Öffentlichkeit die Kontrolle zu verlieren, in Ohnmacht zu fallen und hilflos zu sein.
Ist kein Fluchtweg erkennbar, werden alle diese Situationen konsequent gemieden oder können nur unter größter Anspannung und Angst durchstanden werden. Dieses konsequente Meiden angstbesetzter Situationen kann zu einem totalen Rückzug in die eigene Wohnung und zu einem Abbruch aller sozialen Beziehungen führen. Die Agoraphobie wird als schwerwiegendste Phobie bezeichnet, die meist durch das Auftreten mehrerer Panikattacken verursacht und dadurch häufig von einer Panikstörung begleitet wird.
Krankhaft schüchtern - die soziale Phobie
Die soziale Phobie ist die Angst, der prüfenden Beobachtung anderer Menschen ausgeliefert zu sein. Die Betroffenen haben vor allem Angst davor, kritisiert oder lächerlich gemacht zu werden, sich zu blamieren oder im Zentrum der Aufmerksamkeit zu stehen. Daher beziehen sich die Ängste auf alle Bereiche des Alltags, in denen man mit Menschen zusammenkommt: auf gesellschaftliche Anlässe wie Feste feiern, mit Freunden essen gehen oder etwas zusammen unternehmen, auf das Berufsleben, wie z.B. vor Anderen zu telefonieren, mit dem Vorgesetzten oder Kollegen zu sprechen, das gemeinsame Essen in der Kantine und auf den täglichen Kontakt in der Öffentlichkeit.
Zu den typischen Angstsymptomen kommen Befürchtungen, man könne sich in Gegenwart Anderer blamieren, rot werden, ein Piepsstimmchen bekommen oder etwas sehr Peinliches tun. Der Kontakt mit anderen Menschen wird auf das Nötigste reduziert und da, wo er unausweichlich ist, wie z.B. am Arbeitsplatz, als ungeheuer belastend empfunden.
Soziale Phobien werden meist erst sehr spät erkannt. Menschen, die übermäßig schüchtern und zurückhaltend sind, fallen nicht unangenehm auf. Sie ziehen sich zurück, gehen allen Kontakten aus dem Wege und werden irgendwann kaum noch wahrgenommen. Die Krankheit selbst bedingt auch, dass trotz enorm hohen Leidensdrucks kein Arzt oder Psychotherapeut aufgesucht wird. Viele Betroffene betäuben ihre Angst mit Alkohol, der kurzfristig mutig macht, oder versuchen, ihre Unsicherheit hinter Zigaretten zu verbergen. Die Anzahl der alkohol- und nikotinabhängigen Menschen mit sozialer Phobie ist demnach auch sehr hoch.
Angst vor Konkretem - die spezifische Phobie
Spinnen, Hunde, Schlangen oder auch Gewitter, Höhen oder enge Räume können bei Menschen, die an einer spezifischen Phobie leiden, übermäßig starke Angstreaktionen und Vermeidungsverhalten hervorrufen. Eine spezifische Phobie ist immer auf konkrete Situationen, Gegenstände oder Objekte ausgerichtet. Es gibt Situationsphobien, wie z.B. die Angst vor tiefen Abgründen oder dem Schwimmen in tiefen Gewässern, die bekannten Tierphobien, Umweltphobien, wie z.B. die Angst vor Unwetter oder Umweltgiften oder Blut-, Spritzen- und Infektionsphobien.
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