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Bewältigung der Angst

Es gibt viele verschiedene Wege, die bei der Bewältigung von Angststörungen beschritten werden können. Von der Selbsthilfe über psychotherapeutische und medikamentöse Verfahren stehen unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Welche Therapie im Einzelfall angewendet werden sollte, hängt u. a. von der Dauer und Ausprägung der Erkrankung und den Vorbehandlungen ab. Besonders wichtig ist aber Ihre aktive Mitarbeit! Auch die besten Behandlungsmethoden werden nur dann wirklich anschlagen, wenn Sie dabei mithelfen!

Frühzeitig fachliche Hilfe suchen

Wenn Sie die Angststörung als Krankheit akzeptieren können, wird es für Sie leichter sein, einen Arzt oder Psychotherapeuten aufzusuchen. Warten Sie nicht damit. Je früher Sie mit einer Behandlung beginnen, desto einfacher ist es oft, die Erkrankung in den Griff zu bekommen.

Sich selbst helfen

Die Selbsthilfe kann als wichtige Ergänzung bei der Behandlung von Angststörungen betrachtet werden. Die folgenden Hinweise können Sie möglicherweise auf diesem Weg unterstützen.

Einen Freund oder eine Freundin einbinden
Vertrauen Sie sich jemandem an, der Ihnen nahe steht, und bitten Sie ihn, Sie in Ihrem Behandlungsweg zu unterstützen. Häufig eignet sich hierfür ein guter Freund oder die beste Freundin eher als der Ehepartner oder Familienangehörige, die möglicherweise schon durch das enge Zusammenleben überlastet sind.

Die Angst in Worte fassen
Führen Sie ein Tagebuch, in dem Sie strukturiert Ihre Angst und Sorgen, Gedanken, Gefühle und körperliche Veränderungen eintragen. Schreiben Sie auf, was Ihre Angst und Sorgen auslöst, was sie vergrößert oder was sie mindert. Schon der Akt des Schreibens kann die Angst fassbarer und damit begreifbarer machen. Auch lässt sich das tatsächliche Eintreten befürchteter Ereignisse mit den gehegten Erwartungen vergleichen. Meist zeigt sich eine beruhigende Bilanz. Zudem kann ein solches Tagebuch Ihrem Arzt dabei helfen, die Therapie zu planen.

Sich in Entspannung üben
Es gibt unterschiedliche Entspannungstechniken, die Sie z.B. in Volkshochschulkursen oder durch Bücher erlernen können. Besonders bewährt für den Einsatz bei Angststörungen haben sich zum Beispiel die Progressive Muskelentspannung oder auch das Autogene Training. Diese Techniken können Ihnen möglicherweise über besonders schwierige Situationen hinweghelfen, Ihnen das Einschlafen erleichtern oder Ihre Energiereserven auffüllen.

Gemeinsamkeit macht stark
Angststörungen sind weit verbreitet. Es gibt viele Menschen, denen es ähnlich geht wie Ihnen. Einige von ihnen tauschen sich über Selbsthilfegruppen in persönlichen Gesprächen oder über das Telefon aus. Im Internet gibt es verschiedene Gesprächsforen für Menschen mit Angsterkrankungen (Links siehe Anhang). Doch Vorsicht: Die Anonymität des Internets kann sehr schnell dazu verleiten, den Chat im Netz persönlichen Gesprächen vorzuziehen. Hierdurch können Rückzugstendenzen und soziale Isolation unter Umständen verstärkt werden.

Den Körper fit machen
Ist Ihr Körper fit, wirken sich die mit der Angst verbundenen körperlichen Beschwerden nicht so stark aus. Bleiben Sie in Bewegung. Machen Sie nach Möglichkeit regelmäßige Spaziergänge, gehen Sie schwimmen oder betreiben Sie einen anderen Sport, der Ihnen gefällt.

Die Angst mit anderen Augen sehen
Informieren Sie sich ausführlich über das Thema Angsterkrankungen. Das Lesen dieser Seiten ist ein Anfang. Weitere Informationen können Sie über verschiedene Bücher, das Internet oder über Selbsthilfegruppen einholen (Lesetipps, Internetlinks und nützliche Anschriften finden Sie unter dem Menüpunkt "Service").

Wenn Sie sich mit der Erkrankung auseinandersetzen, werden Sie diese allmählich mit anderen Augen sehen und eine neue Einstellung zu sich selbst und zu den Symptomen und Auswirkungen der Erkrankung gewinnen. Sie werden erkennen, dass Ihre Angststörung eine übersteigerte, aber an sich normale Reaktion ist. Wenn Sie verstehen, wie der Kreislauf aus Angst und Sorgen funktioniert, können Sie diesen unterbrechen und Ihre Angst auf ein erträgliches Maß herunterschrauben.

  

Die 10 Regeln zur Bewältigung von Angst und Sorgen beachten

Diese zehn Merksätze, so einfach sie klingen mögen, haben schon vielen Menschen geholfen, besser mit ihren Ängsten und Sorgen umgehen zu können:

  • Machen Sie sich bewusst, dass Angstgefühle, Sorgen und die damit verbundenen körperlichen Symptome übermäßig starke, aber an sich normale Stressreaktionen sind.
  • Weder Angstgefühle oder Sorgen noch die körperlichen Reaktionen können Ihrer Gesundheit schaden.
  • Versuchen Sie, Angstreaktionen oder Ihre Sorgen nicht durch Furcht erregende Fantasievorstellungen zu verstärken.
  • Bleiben Sie in der Realität. Beobachten und beschreiben Sie innerlich, was um Sie herum wirklich geschieht.
  • Blicken Sie Ihrer Angst oder Ihren Sorgen ins Auge, ganz bewusst, bis die unangenehmen Gefühle von alleine besser werden.
  • Beobachten Sie bewusst, wie Angst und Sorgen zurückgehen.
  • Gehen Sie Angstsituationen nicht aus dem Wege.
  • Im Gegenteil: Setzen Sie sich allen Situationen aus, die Ihnen Angst machen.
  • Seien Sie stolz auf jeden Erfolg, auch auf die ganz kleinen.
  • Nehmen Sie sich in Angstsituationen Zeit.
  

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